Alle Termine der Berliner Geschichtswerkstatt auf einen Blick

12.12.2022 (Montag)

Vortrag: 100 Köpfe der Demokratie - Annedore und Julius Leber

19:00 - 20:30

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der
Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“

Annedore und Julius Leber gehörten zu den bedeutendsten Figuren des sozialdemokratischen Widerstands gegen Hitler, Julius Leber wurde als einer der Verschwörer des 20. Juli von den Nationalsozialisten ermordet. Annedore Leber war zudem eine der wenigen Stimmen in der frühen Bundesrepublik, die eine Rehabilitation der NS-Opfer in Westdeutschland forderte.

Das Leben von Annedore und Julius Leber sind besonders mit Schöneberg verbunden. In der Torgauer Straße, Ecke Gotenstrasse,  soll der ehemaligen Kohlenhandlung von Julius Leber, die als Treff von Widerständlern diente, und in der Annedore nach dem Zweiten Weltkrieg ihren "Mosaik-Verlag" betrieb, ein "Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber" geschaffen werden.

Ort: Laden der Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, Berlin-Schöneberg
Referentinnen
: Dr. Ruth Möller zum Thema „Julius Leber – ein Leben für die Demokratie“
und Dr. Dörte Döhl zum Thema „Annedore Leber – Bildung für die Demokratie“
(Mitglieder des AK Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber)

Moderation: Peter Lassau, Berliner Geschichtswerkstatt e. V.

Die Veranstaltung ist gratis. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

09.01.2023 (Montag)

Werkstattgespräch "Warum denn kein Benno Ohnesorg-Platz?"

19:00 - 20:30

Straßennamen sind mehr als Ortsbezeichnungen. Sie sind auch Ausdruck unterschiedlicher Auffassungen, was in einer Gesellschaft wichtig ist oder welche Personen in Ehren gehalten werden sollen. In Berlin wurde seit der Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920 über Straßennamen gestritten. Wie erinnern wir an jüngere
politische Ereignisse wie die Studentenrevolte Ende der 1960er oder die Hausbesetzerbewegung in den 1980ern? Wann sollten Straßennamen durch neue Namen ersetzt werden? Und muss der Name einer Person der Zeitgeschichte tatsächlich weichen, wenn er nicht den heutigen Kriterien für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit entspricht? Die Diskussion dauert an. Der Vortrag stellt den "Straßennamenkampf" in Berlin seit 1920 dar und hebt hervor, dass ein Ende der Auseinandersetzungen zurzeit nicht absehbar ist.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin
Referent: Jürgen Karwelat (Berliner Geschichtswerkstatt e. V.)
Moderation: Peter Lassau


15.01.2023 (Sonntag)

Gedenken für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

15:00 - 15:30

Am 15. Januar 1919 wurden die Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von einer rechtsradikalen Freikorpstruppe ermordet. Wir erinnern an die politischen Morde zu Beginn der Demokratie in Deutschland. Seit 2012 heißt der öffentliche Teil der Brücke, wo Rosa-Luxemburg in den Kanal geworfen wurde, Rosa-Luxemburg-Steg. Wir hören Texte von und über Rosa Luxemburg.

Sonntag, den 15. Januar 2022 um 15 Uhr
Rosa-Luxemburg-Steg, Landwehrkanal, nahe Zoogischer Garten

30.01.2023 (Montag)

Werkstattgespräch "Wer erzählt? Dokumente als Ersatz für Zeitzeugen"

19:00 - 20:30

Wie gehen wir damit um, wenn Zeitzeugen zur Epoche des Nationalsozialismus bald nicht mehr zur Verfügung stehen? Gerade für uns in der Berliner Geschichtswerkstatt,  die in der Tradition der Geschichte von unten steht und vielfach zum Nationalsozialismus gearbeitet hat und arbeitet, nehmen diese Zeitzeugen eine zentrale Stellung bei der Erfassung und Vermittlung historischer Sachverhalte ein. Können neue Medien und der Einsatz von digitalen Archiven mit Dokumenten, Fotos, Filmen etc. die Zeitzeugen in persona mit ihrer Anschaulichkeit und emotionalen Nähe ersetzen?

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin
ReferentInnen: Dr.Irmgard Zündorf (Public History, Freie Universität Berlin), Dr. Cord Pagenstecher (Oral History Digital, Freie Universität Berlin)
Moderation: Gertrud Fischer-Sabrow

13.02.2023 (Montag)

Werkstattgespräch "Geschichtswerkstatt - quo vadis?"

19:00 - 20:30

40 Jahre Berliner Geschichtswerkstatt sind nicht nur Anlass, in die Vergangenheit zu schauen. Nicht weniger wichtig ist der Blick nach vorne. Wie mag die Zukunft dieses Vereins aussehen? Die Mitgliederkartei verrät, dass nicht nur der Verein älter geworden ist. Zunehmend sind es Rentner und Pensionäre, die die Berliner
Geschichtswerkstatt am leben halten. Das ist zwar beruhigend, schließlich ist abzusehen, dass weitere interessante Jahrgänge den Ruhestand erreichen und Lust auf eine sinnvolle Betätigung haben, aber so schön das ist: Es fehlt an jungen Leuten, die
mitmachen; ein Phänomen, das auch für andere Vereine gilt. In einem Podiumsgespräch mit jüngeren Engagierten wollen wir überlegen, wie das Interesse an unserer Arbeit geweckt werden könnte und weiche Zukunftsperspektiven es für die Berliner Geschichtswerkstatt e. V. gibt. Welche Mittel, Methoden, Aktionsformen.
Welche Partnerschaften könnten da behilflich sein?

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin
ReferentIinnen: Martha Betat (Berliner Geschichtswerkstatt e. V.). Helena
Becker (Berliner Geschichtswerkstatt e. V.), N.N. ("Tütü Sabotage")
Moderation: Peter Lassau




20.02.2023 (Montag)

Podiumsdiskussion: "Geschichte ausgelöscht? Russland und das Verbot von Memorial"

19:00 - 20:30

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Zeit: Montag, den 20. Februar 2023 um 19.00 bis 20.30 Uhr
Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin
dabeisein über das Internet: https://public.senfcall.de/berlinergeschichtswerkstatt

Veranstalter: Bürgerkomitee 15. Januar e.V. und Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

 Am 21. Februar 2022, als nahe genau vor einem Jahr, führten wir eine Veranstaltung zum Verbot von Memorial International durch den Obersten Gerichtshof in Moskau durch. Die Veranstaltung war schon überschattet von den immer konkreter werdenden Kriegsplänen Russlands. Wenige Tage später überfiel die russische Armee das Nachbarland Ukraine. In den folgenden Monaten bestimmten Kriegshetze und weitere Unterdrückungsmaßnahmen den Alltag in Russland. Nach Memorial International wurden auch die örtlichen Memorial-Organisationen verboten. Am 10. Dezember2022 wird Memorial in Oslo den Friedensnobelpreis erhalten.

Wir wollen ein Jahr nach unserer Veranstaltung Bilanz ziehen. Wie steht es mit den ehemaligen Memorialgruppen in Russland? Welches Geschichtsbild wird heute in Russland vermittelt? Gibt es noch Oppositionsgruppen? Welchen Weg wird die russische Gesellschaft gehen?

 An der Podiumsdiskussion nehmen, wie im Februar 2022 teil:

- Anke Giesen, Memorial Deutschland e.V., Memorial International e. V.
- Hannah Neumann, Mitglied des Europaparlaments, u.a. Vize-Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte (angefragt)
- Daniela Geppert, Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin, Berlin-Schöneweide (angefragt)
- Stefan Wolle, Bürgerkomitee 15. Januar (angefragt)

Moderation: Jürgen Karwelat, Berliner Geschichtswerkstatt

25.03.2023 (Samstag)

Auf Spurensuche: Schöneberg einst und heute

13:00 - 15:30

 

Rundgang in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg

Sie möchten Ihre Straße und Ihren Stadtteil näher kennenlernen und vielleicht auch Freund*innen, Bekannten oder der Familie diese historischen Orte zeigen? Bei einem Rundgang werden Sie zu Plätzen, Gebäuden und Hinterhöfen geführt, die Ihnen möglicherweise unbekannt sind. Erfahren Sie, wie Sie sich selbst auf Spurensuche begeben können und welche Geheimnisse sich in alten Stadtplänen verbergen. Zeitgleich bekommen Sie bei dieser Tour Hinweise, wo Sie Anschauungsmaterial zu eigenen Recherchen finden und welche Kontakte Sie nutzen können.

Treffpunkt für angemeldete Teilnehmende: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin
Referentin: Marita Filipowsky, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Anmeldung zuvor an der VHS erforderlich.
Kurs-Nummer: TS101.006F
Entgelt:7.60 EUR
Ermäßigt: 5.30 EUR

16.04.2023 (Sonntag)

Rundgang: Die Rote Insel - Geschichte eines ehemaligen Schöneberger Arbeiterviertels

14:00 - 16:30

in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg

Das Areal zwischen den Gleisanlagen der Nord-Süd-Bahn S2 (die ehemalige Anhalter und Dresdner Bahn), der Wannseebahn S1 (die ehemalige Potsdamer Bahn) und der Ringbahn wird landläufig als ''Insel'' bzw. seiner historischen Eigenschaft eines proletarischen Wohnquartiers wegen als ''Rote Insel'' bezeichnet. Die Weltgeschichte von 100 Jahren ist hier wie in einem Brennspiegel verdichtet: Militär- und Eisenbahngeschichte, Industrieansiedlung und Massenwohnungsbau, die Politik der großen und kleinen Leute, Arbeiterbewegung, Faschismus und Widerstand haben Spuren in der Lokalgeschichte hinterlassen. Diese werden in einem ca. 2,5-stündigen Rundgang durch den Kiez wiedergefunden und erläutert.

Treffpunkt für angemeldete Teilnehmende: Kolonnenstr./Ecke Cheruskerstr. vor der ''Bio-Insel'', direkt am S-Bhf. Julius-Leber-Brücke.
Referent: Dr. Andreas Bräutigam, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Anmeldung zuvor an der VHS erforderlich.
Kurs-Nummer:  TS101.009F
Entgelt: 7,60 EUR
Ermäßigt:,5.30 EUR