z. B. Bosch – Zwangsarbeit im Hildesheimer Wald

Screenshot von www.zwangsarbeit-bosch.de
Screenshot von www.zwangsarbeit-bosch.de

Neue Website zur Hildesheimer Geschichte

Mehr als 2.700 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und italienische Militär-internierte waren im Zweiten Weltkrieg in einer Hildesheimer Tarnfabrik des Bosch-Konzerns beschäftigt. Auf der neuen Website www.zwangsarbeit-bosch.de dokumentiert die Berliner Geschichtswerkstatt e.V. aktuelle Forschungsergebnisse und zahlreiche Videointerviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

 

„Die ehemaligen ZwangsarbeiterInnen haben uns mit großem Vertrauen ihre Erlebnisse geschildert und uns Dokumente und Fotos überlassen“, schreiben die Autorinnen. „Ihre Erinnerungen ermöglichen die Auseinandersetzung mit einem Aspekt der deutschen Geschichte, der jahrzehntelang absichtlich verdrängt worden ist.“

 

Bereits seit Mitte der 1990er Jahre befassen sich die Historikerin Angela Martin und die Publizistin Ewa Czerwiakowski mit der NS-Zwangsarbeit und KZ-Außenlagern. Im Auftrag der Berliner Geschichtswerkstatt veröffentlichten sie 2002 ihre Forschungen über das Bosch-Ausweichwerk I in Kleinmachnow bei Berlin. Auf der neuen Homepage rücken sie nun das Ausweichwerk II im Hildesheimer Wald in den Focus.

 

1937 als reine Rüstungsfabrik gegründet, erhielt das Werk aus Tarnzwecken den Namen Elektro- und Feinmechanische Industrie GmbH. Später wurde es in Trillke-Werke umbenannt. Hier mussten die ZwangsarbeiterInnen Zubehör für Panzer und schwere LKWs der Wehrmacht fertigen. Ab Oktober 1943 nahmen die Trillke-Werke eine Monopolstellung ein: Alle deutschen Panzer wurden mit elektrotechnischer Ausrüstung aus dem Hildesheimer Wald ausgestattet.

 

Weihnachten in der BarackeWoher kamen die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter? Wie waren sie untergebracht, wie haben sie gelebt? Und was geschah mit ihnen nach dem Ende des Krieges? Diesen Fragen geht die neue Website nach.


Neun ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter berichten in Videointerviews über die Trennung von ihren Familien, über Angst und Hunger, die unfreiwillige Arbeit in der Fremde und über die Befreiung.

 

Die Berichte werden durch seltene Fotos, persönliche Dokumente und informative Hintergrundtexte zu den Themenkomplexen „Zwangsarbeit“ und „Firmengeschichte“ ergänzt. Die Website versteht sich auch als ein Beitrag für die Erinnerungskultur der Stadt. Außerdem stellt sie vielfältige Materialien für die Bildungsarbeit in Schulen und im außerschulischen Bereich bereit.

Adamek, Lagerleben

Über das Leben im Zwangsarbeiterlager der Trillke-Werke berichtet die Polin Teodozja Adamek. Sie war 15 Jahre alt, als sie nach Hildesheim verschleppt wurde.

Skorski, Verschleppt

Stanisław Skórski war zehn Jahre alt, als er zusammen mit seiner Familie aus Polen deportiert wurde.