Berliner Geschichtswerkstatt > Werkstattreihe 100 Jahre Groß-Berlin Termine

Termine

27.04.2020 (Montag)

Reformpädagogik im Groß-Berliner Stadtteil Schöneberg: Einbrüche in die preußische Lehr- und Zuchtanstalt?

19:00 - 21:00

Die junge deutsche Republik erleichterte es, reformpädagogische Ideen zu verwirklichen. Im Bezirk Schöneberg wurden die neuen Möglichkeiten gut genutzt.

Im Lehrerzimmer des Werner von Siemens - Realgymnasiums wurde der ‚Bund entschiedener Schulreformer‘ gegründet. Soziales Engagement und demokratische Strukturen waren charakteristisch für diese Schule. Dies und die Tatsache, dass gut die Hälfte der Schülerschaft jüdischen Glaubens war, hatte zur Folge, dass die Schule bereits 1935 aufgelöst wurde. Angesichts der Krise, in der sich die Berliner Schule nach Meinung vieler befindet, könnte unser Blick in die Vergangenheit anregend und inspirierend sein.

 

Moderation: Peter Lassau, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Gäste: Sabine Baruschke, Gertrud Fischer-Sabrow, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg

11.05.2020 (Montag)

Ein Dach überm Kopf – unbezahlbarer Luxus? Obdachlose in Berlin

19:00 - 21:00

Obdachlose Menschen gehörten und gehören zu den Verlierern der Gesellschaft. Die ersten Fürsorgestellen für Obdachlose gab es in Berlin im 19. Jahrhundert. Anfang der 1920er Jahre geriet der Berliner Asylverein, der im Wedding die „Wiesenburg“ als Obdachlosenunterkunft aufgebaut hatte, finanzielle Schwierigkeiten, sodass die Stadt Berlin – seit 1920 Groß-Berlin – den Asylverein bis 1931 finanziell unterstützte. Durch Inflation und Weltwirtschaftskrise verloren viele Menschen ihre Wohnung, weil sie die Mieten nicht mehr bezahlen konnten. Eines der Wahlversprechen der NSDAP war, die Obdachlosigkeit zu eliminieren. Nach  „Bettelrazzien“ wurden Asoziale und Obdachlose in Pflegeheimen untergebracht oder in Gefängnisse und Konzentrationslager eingesperrt. In den 1970er Jahren gründeten sich  Westteil Berlins erste Selbsthilfegruppen, die ersten Straßenzeitungen der Obdachlosen erschienen. Von einer Akzeptanz obdachloser Menschen im öffentlichen Raum sind wir weit entfernt.

Moderation: Sema Binia, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Gast: Oliver Gaida, HUB, Institut für Geschichtswissenschaft

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg

18.05.2020 (Montag)

„Wohnst du noch oder lebst du schon?“


Wohnen in der wachsenden Stadt Berlin – damals wie heute eine Herausforderung

Mit der Bildung Groß-Berlins eröffneten sich neue Möglichkeiten für die städtebauliche Entwicklung und für neue Formen des dringend benötigten Wohnraums für die Menschen, die nach Berlin strömten. Spätestens ab 1924 griff der Staat massiv mit sozialorientiertem  Wohnungsbau in die Entwicklung ein. Es entstanden die bekannten Großsiedlungen des „Neuen Bauens“, von denen einige heute als Weltkulturerbe anerkannt sind. Wichtige Protagonisten waren die Architekten Bruno Taut und Martin Wagner. Das damalige Ziel galt der Entwicklung gesunder und bezahlbarer Wohnungsangebote. Wir lernen einige der in den 1920er Jahren entwickelten Instrumente und Organisationen kennen und fragen, was wir heute für die wieder wachsende Stadt Berlin lernen können.

 

Moderation: Marieluise Handrup, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Gast: Matthias Boye, Dipl. Ing. Und Architekt, Bruno-Taut-Laden

Montag, 18. Mai 2020, 19.00 Uhr

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin-Schöneberg

U-Bahnhof Eisenacher Straße

www.berliner-geschichtswerkstatt.de

22.06.2020 (Montag)

Gartenarbeitsschule Statt ‚Schulstubenbiologie‘ und ´Leichenzoologie

19:00 - 21:00

Montag, 22. Juni 2020, 19.00 Uhr

Ein Ergebnis reformpädagogischer Bemühungen war die Grün dung der Schöneberger Gartenarbeitsschule im Jahr 1922, die bis auf den heutigen Tag zur Schul- und Bildungslandschaft des Bezirks gehört. Neben ökonomischen Gesichtspunkten ging es zunehmend darum, die Natur aus eigener Erfahrung kennen zu lernen und nicht am Beispiel ausgestopfter oder aufgespießter Tiere, einer „Leichenzoologie“, wie die Schulreformer der 1920er Jahre dies nannten. Genutzt wurde die Einrichtung von allen Schultypen, von der Hilfsschule bis zum Gymnasium. Dem Profil der  Schule entsprechend findet diese Veranstaltung in der Garten- arbeits schule (Matthäikirchhofsweg 15 in 10829 Berlin) statt.

Gast: Norbert Winkler, ehemaliger langjähriger Leiter der Gartenarbeitsschule

Moderation: Peter Lassau, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg

10.08.2020 (Montag)

Immer in Bewegung – der öffentliche Personenverkehr in Berlin und Ernst Reuter

19:00 - 21:00

Nach der Gründung von Groß-Berlin gab es sehr bald die Forderung, die voneinander unabhängig arbeitenden Verkehrsunternehmen wie Straßenbahn, Bus und U-Bahn in einer einheitlichen Verkehrsgesellschaft zusammenzuschließen, um die Angebote aufeinander abzustimmen. Dazu kam es aber erst, als Ernst Reuter 1926 als Verkehrsstadtrat begann, die Aktienmehrheiten der privaten Gesellschaften aufzukaufen. 1929 wurde die Berliner Verkehrsaktiengesellschaft, die BVG, gegründet. Wir beleuchten den Berliner öffentlichen Nahverkehr einst und jetzt.

Moderation: Jürgen Karwelat, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Gast: Michael Cramer, Michael Cramer, langjähriger verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Mitglied des Europäischen Parlaments von 2004 bis 2019

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg

Immer in Bewegung Der öffentliche Personenverkehr in Berlin und Ernst Reuter

19:00 - 21:00

In der Großstadt gab es sehr bald die Forderung, die voneinander unabhängig arbeitenden Verkehrsunternehmen wie Straßenbahn, Bus und U-Bahn in einer einheitlichen Verkehrsgesellschaft zusammenzuschließen, um die Angebote aufeinander abzustimmen. Dazu kam es aber erst, als Ernst Reuter 1926 als Verkehrsstadtrat begann, die Aktienmehrheiten der privaten Gesellschaften aufzukaufen. 1929 wurde die Berliner Verkehrsaktiengesellschaft, die BVG, gegründet. Wir beleuchten den Berliner öffentlichen Nahverkehr einst und jetzt.

Gast: Michael Cramer, langjähriger verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Mitglied des Europäischen Parlaments von 2004 bis 2019

Moderation: Jürgen Karwelat, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg

26.10.2020 (Montag)

Jedem ein warmes Brausebad einmal die Woche Eine Reise durch die Entwicklung der Berliner Bade- und Schwimmkultur

19:00 - 21:00

Mit Gründung des Berliner Vereins für Volksbäder 1873 begann eine Entwicklung, deren Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts begann. Unter dem Motto: „Jedem ein warmes Brausebad einmal die Woche“ entstanden Volksbrausebäder und der Wille, dass das Erlernen der Schwimmkunst für jeden und jede möglich gemacht werden sollte. Der  Erste Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung. Anfang der 1920er Jahre blühte die Idee wieder auf. Es brauchte allerdings noch bis in die 1950er Jahre, bis es zu einer regelrechten Explosion von Bäderbauprogrammen kam.

Gast: Bianca Tchinda, Schwimmerin, Betreiberin des schwimm-blog-berlin und Vorstand des Verbandes der Berliner Bäderbesucher e.V.

Moderation: Dr. Andreas Bräutigam, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg

16.11.2020 (Montag)

Schnaps ist gut gegen Cholera Gutes Trinkwasser ist aber auf die Dauer besser

19:00 - 21:00

Früh schon wurde in Berlin die Abwasserbehandlung als lebensnotwendig erkannt. Nur so konnte die Versorgung mit sauberem Wasser gesichert werden, was für Hygiene und gesundheitliche Fürsorge wachsender Städte mindestens so wichtig war wie die Entsorgung festen Abfalls. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Stadt Berlin und dann später Groß-Berlin vor neue Herausforderungen auf diesem Gebiet gestellt, die nur durch die Installation einer Abwassersammlung und -reinigung zu lösen waren. Die Teilung Berlins nach dem 2. Weltkrieg hatte auch Auswirkungen auf die Abwasserbehandlung. Spannend zu erfahren, wie die Stadt diese Probleme meisterte bzw. wie sie bis auf den heutigen Tag damit umgeht.

Gast: Dr. Ludwig E. Gustafsson, Geologe

Moderation: Peter Lassau, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg

30.11.2020 (Montag)

Nicht nur die Stadt, auch der Müllberg wächst Die Entwicklung zur öffentlichen Straßenreinigung und Müllbeseitigung

19:00 - 21:00

Die erste urkundlich erwähnte Regelung für die Straßenreinigung in Berlin stammt aus dem Jahr 1587. Erst 290  Jahre später, 1875, wurde das Straßenreinigungswesen eigen- ständiger Zweig der kommunalen Selbstverwaltung. Die Müllentsorgung war nach wie vor in privater Verantwortung der Hausbesitzer. Aber wohin mit dem Müll? Neben der Verfüllung von Kiesgruben und Feuchtgebieten und der Aufschüttung von Bahndämmen und Halden wurden bereits recht modern anmutende Versuche der Müllverbrennung und Müllverwertung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vollzogen. Sie erwiesen sich aus verschiedenen Gründen als unzureichend und für private Akteure nicht zu bewältigen. Bald nach der Bildung von Groß-Berlin sah sich die Stadt im öffentlichen Interesse gezwungen, ein einheitliches städtisches Straßenreinigungs- und Müllbeseitigungsunternehmen mit polizeilichem Benutzungszwang einzurichten.

Gast: Hans-Christoph Rieth, Vorsitzender des Vereins Saubere Zeiten e.V.

Moderation: Dr. Andreas Bräutigam, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Ort: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49 in Berlin Schöneberg