Alle Termine der Berliner Geschichtswerkstatt auf einen Blick

19.06.2021 (Samstag)

Schöneberg im Aufbruch - Wendejahre zwischen 1874 und 1919

13:00 - 15:00

Stadtteilführung der VHS Tempelhof-Schöneberg in Kooperation mit der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Noch im Jahre 1867 behauptete ein Besucher Alt-Schönebergs, es sei unmöglich, auf den morastigen Wegen des Ortes zu Fuß fortzukommen, wolle man nicht Gefahr laufen, Schuhe oder Stiefel zu verlieren. Bei dieser Aussage möchte man meinen, das Dorf habe sich seit Gründung kaum verändert, was aber natürlich nicht der Fall ist. Immerhin erhielt Schöneberg 1853 als einziger Vorort Berlins Gasbeleuchtung. Auch profitierten insbesondere Gastwirte von der zum Teil schon 1791 befestigten Landstraße nach Potsdam. Als 1838 unmittelbar am Ortsrand die erste preußische Eisenbahnlinie fuhr, gab es darüber und über die umfangreichen Bebauungspläne Hobrechts noch jahrelange Streitigkeiten im Gesamtgemeinderat des 1874 eingeweihten Amtshauses. Zwar waren in der Ortsverwaltung nur zwei Bauern vertreten, die jedoch ein außerordentliches Mitspracherecht ausübten, wenn es um die städtebauliche Neuplanung Schönebergs ging. Da Sie im Besitz vieler Grundstücke waren, folgte man schließlich ihren Vorschlägen bezüglich einer Durchmischung von Mietskasernen, Hinterhofindustrie und herrschaftlichen Wohnungen für höhere Beamte, Fabrikanten, Kaufleute, Pensionäre, Witwen und höhere Militärs. Den Bau von großen Fabriken jedoch lehnte man ab. So musste die Firma Goerz 1887 nach Friedenau ausweichen und schrieb eine ungewöhnliche Firmengeschichte, welche in den Höfen und Gebäuden noch bis heute sichtbar ist. Es wird eine gültige BVG-Fahrkarte benötigt.

Treffpunkt für angemeldete Teilnehmende: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin

Führung: Marita Filipowsky, Berliner Geschichtswerkstatt

Kursnr.: TS101.011F

Anmeldung ausschließlich bei der VHS. Darüber hinaus können Präsenzveranstaltungen nur unter Einhaltung des pandemiebedingten VHS Hygienekonzepts erfolgen. Details ebenfalls zu finden auf der Internetseite der VHS Tempelhof-Schöneberg.

22.06.2021 (Dienstag)

Wer sagt, das kann nicht sein - In Erinnerung an den Liedermacher Gerulf Pannach

18:00 - 20:00

Radiosendung in Zusammenarbeit mit dem Internetsender rockradio.de
zu hören über www.rockradio.de, dort auf der Startseite rechts oben anklicken "jetzt hören..."

Moderation: Jürgen Karwelat und Klaus Schnabel-Koeplin

Am 3. Mai 1998 starb der Musiker Gerulf Pannach. Unvergessen ist seine Zeit bei der DDR-Gruppe Renft. Viele erinnern sich aber auch an seine Auftritte in West-Berlin zusammen mit Christian Kunert nach dem Rauswurf beider aus der DDR im Jahr 1977. Im Frühjahr 2021 kam eine CD heraus mit bisher unbekannten Aufnahmen von Gerulf Pannach aus den Jahren 1969-1975. Häufig waren es Aufritte in den Pausen oder als Vorprogramm bei Renft-Konzerten im Großraum Leipzig. Wir stellen die CD vor und spielen natürlich auch andere Musik von Gerulf Pannach und seiner Band Renft

06.12.2021 (Montag)

Lesung mit Andreas Ulrich „Die Kinder von der Fischerinsel“

19:00 - 20:30

in den Räumen der Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49,
10781 Berlin-Schöneberg, U-Bahnhof Eisenacher Straße

Zwischen 1969 und 1973 entstand im Zentrum Ost-Berlins ein einzigartige Hochhaussiedlung. In die markanten Neubauten auf der Fischerinsel zogen neben kinderreichen Familien vor allem Künstler, Wissenschaftler, Funktionäre und Diplomaten ein. DDR-Alltag traf  hier auf Prominenz und Extravaganz. Auch die Familie von Andreas Ulrich lebte eine Zeitlang auf der Fischerinsel. Fünf Jahrzehnte später begab sich der Journalist auf die Suche nach seinen einstigen Mitschülern, um herauszufinden, was aus ihnen geworden ist. Die Recherchen führten ihn weit über Berlin hinaus und offenbarten bewegende und außergewöhnliche Lebensgeschichten.

Andreas Ulrich, geboren 1960 in Berlin, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitet als Reporter, Redakteur und Moderator vor allem für das rbb-Fernsehen, radioeins, Deutschlandradio Kultur und den NDR-Hörfunk.