Sa., 31. August 2019 um 13 Uhr: Rundgang: "Entlang der Potsdamer Straße – Neu-Schöneberg zwischen Aufbau, Fortschritt und Niedergang"

02.07.2019 18:39

Stadtteilführung in Kooperation mit der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Um das Jahr 1750 herum entstanden rechts und links der Botanischen Gartenstraße (heutige Hauptstraße) neue Gebäude, in denen böhmische Weber ein neues Zuhause fanden. Eher geduldet denn beliebt, wurde die Kolonie kurzerhand ''Neu Schöneberg''genannt. Während die Bewohner_innen der Alt-Gemeinde keinerlei Kontakte zu den neuen Nachbar_innen pflegten, saßen auch die Gemeinderäte nur selten an einem Tisch. Die meisten böhmischen Eingewanderten profitierten insbesondere von der wachsenden Gewerbe- und Textilindustrie Berlins. Ihnen wurde um 1753 ein nicht unbeträchtlicher Teil des Tiergartens zugesprochen. Durch die dringend zum Bleichen großer Stoffmengen benötigten Wiesen, die bis an den Landwehrkanal reichten, führte ab 1793 die erste sogenannte Kunststraße Preußens. Entlang und um die Potsdamer Chaussee, so beschrieb ein Statistiker im Jahre 1860, entstanden in durchmischter Bauweise Fabriken, Wohnhäuser, Gaststätten, Industrie und andere Gewerbe, die sich auch in den unterschiedlichsten Berufen der Bevölkerung widerspiegelten. Sich diesen zur Vorstadt gewachsenen Teil Schönebergs einzuverleiben, plante der Berliner Magistrat bereits 1852 und setzte ihn gegen den Willen der Gemeinderäte 1861 um. Damit blieb den Neu-Schöneberger_innen nur der ihnen einst zugewiesene Dorfkern.

Achtung: Vorherige Anmeldung bei der VHS notwendig:

https://www.berlin.de/vhs-tempelhof-schoeneberg/service/anmeldung/#anmeldemoeglichkeiten

Treffpunkt: Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, 10781 Berlin (U-Bahnhof Eisenacher Straße, U 7). Es wird eine gültige BVG-Fahrkarte benötigt.

Dauer: ca. 2 1/2 Stunden

Referentin: Marita Filipowsky, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Zurück