Mo., 13. November 2017, 19 Uhr: Werkstattgespräch: Schilkin - die unerhörte Geschichte des russischen Wodkas in Berlin

14.09.2017 20:14

Sergei Appollonowitsch Schilkin, geboren am 27. Dezember 1915 in Sankt Petersburg, ist besonderer Zeuge für die Irrungen und Wirrungen des 20. Jahrhunderts in Europa. Sein Vater war Apollon Fjodorowitsch Schilkin, ein Hoflieferant des Zaren, dessen Spirituosenfabrik im Frühjahr 1919 verstaatlicht wurde. Im März 1921 floh die Familie mit schwedischen Pässen unter falschem Namen vor den Bolschewiken aus Russland. Nizza war das Ziel. Doch die Familie blieb, wie so viele Russen, in Berlin hängen.

1932 erhielt die Familie eine Gewerbegenehmigung zur Spirituosenherstellung. Die Firma überstand die Zeit des Nationalsozialismus und als bedeutendes Einzelunternehmen auch die Untiefen und Klippen der DDR-Planwirtschaft. Sergei Schilkin blieb bis zum Erreichen des Rentenalters im Jahr 1981 Betriebsleiter einer der größten Spirituosenfabriken in der DDR, inzwischen Volkseigener Betrieb. Nach der Wende 1989/90 wagte er den Neustart als privater Unternehmer.

Moderation: Jürgen Karwelat

Gäste: Werner Zedler, Journalist, und ein Mitglied der Familie Schilkin

Montag,13. November 2017 um 19 Uhr

im Laden der Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, Berlin-Schöneberg

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