Mo., 11. Dezember 2017, 19 Uhr: Werkstattgespräch: Zwischen Deutschland und der Sowjetunion

19.09.2017 19:43

Das Schicksal eines kommunistischen Schöneberger Gastwirts

Emil Karl Wilhelm Potratz (* 24. Juli 1888) wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. 1910 wurde er Mitglied der SPD und 1914 bei einer verbotenen Antikriegsdemonstration verhaftet.

1917 trat er der gerade gegründeten USPD und schließlich der KPD bei. Ab 1922 betrieb er auf der Schöneberger Roten Insel ein Lokal gleichen Namens, das schon bald Ziel für nationalsozialistische Anschläge wurde.

Nach der Machtübernahme der Nazis verfolgt, emigrierte er im Juli 1933 auf Weisung seiner Partei in die Sowjetunion. Dort geriet er im November 1936 in die stalinistische Verfolgung unter den Emigranten.

Zu fünf Jahren Haft verurteilt, wurde er verbannt und 1941 nach Deutschland ausgewiesen. Durch die Gestapo wurde er wieder inhaftiert, verhört, bedroht und drangsaliert.

Beim Einrücken der Roten Armee wurde er aufgrund seiner Sprachkenntnisse von dieser in Dienst genommen. Er engagierte sich beim Aufbau des Sozialismus in der DDR.

Seine Anerkennung als Opfer des Faschismus erhielt er erst 1957. Die Vorwürfe der stalinistischen Verfolgung wirkten nach.

 

Moderation: Jürgen Karwelat

Gast: Dr. Andreas Bräutigam, Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

Montag, 11. Dezember 2017 um 19 Uhr im Laden der Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstraße 49, Berlin-Schöneberg

Zurück