Großer Erfolg der Berliner Geschichtswerkstatt: Benennung des "Rosa-Luxemburg-Stegs"

23.09.2012 22:47

Die Berliner Geschichtswerkstatt begrüßt ausdrücklich, dass am Dienstag, 25. September 2012, um 11.30 Uhr die Fußgängerbrücke über den Landwehrkanal in „Rosa-Luxemburg-Steg“ benannt wurde.

 

Zusammen mit Stadtentwicklungsenator Michael Müller enthüllte das Vereinsmitglied Jürgen Karwelat die neue Tafel.

 

Seit März 1986 hatte der Verein von den Verantwortlichen des Berliner Senats kontinuierlich gefordert, dass die Stelle, an der die Leiche der sozialistische Politikerin Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919 in den Landwehrkanal geworfen wurde, durch die Namensgebung  der dortigen Brücke besonders gekennzeichnet wird. Es gibt kaum eine Stelle in der Stadt, wo Ort und Schicksal einer Person im Bewusstsein der Menschen so eng miteinander verknüpft sind. Das jahrelange Engagement des Vereins hat sich jetzt ausgezahlt: Die öffentlich zugängliche Fußgängerbrücke über den Kanal in Höhe der Lichtensteinallee heißt nun Rosa-Luxemburg-Steg. Der zweite Teil der Doppelbrücke, der sich innerhalb des Zoogeländes befindet, heißt weiter "Lichtensteinbrücke" benannt nach dem Zoogründer.

 

Damit ist eine jahrelange Auseinandersetzung zwischen der Berliner Geschichtswerkstatt und der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu einem guten Ende gekommen.

 

Vor mehr als 25 Jahren, am 18. März 1986, hatte die Berliner Geschichtswerkstatt mit gleichlautenden Schreiben an die vier im Westberliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien die Benennung der damals neu zu errichtenden Fußgängerbrücke über den  Landwehrkanal als „Rosa-Luxemburg-Brücke“ gefordert. Bei der Einweihung der Brücke am 23.Mai 1987 war der Verein mit einem eigenen Brückenschild erschienen und hatte dort auch das Namensschild angebracht, das allerdings nach zwanzig Minuten von der Polizei entfernt wurde. Seitdem hat der Verein jedes Jahr zum Tag der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht eine Gedenkveranstaltung mit symbolischer Brückenbenennung durchgeführt. Am 21. Februar 2002 fasste die Bezirksverordnetenversammlung Mitte auf Initiative der Berliner Geschichtswerkstatt einen entsprechenden Beschluss. Doch leider folgte die für die Verwaltung der Brücke zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung der Forderung der BVV-Mitte nicht. Wir begrüßen ausdrücklich die Sinneswandelung der Senatsverwaltung unter Senator Michael Müller.

 

Der Name von Rosa-Luxemburg wird sich jetzt an dieser Stelle auch auf dem Stadtplan wieder finden. Das war schon seit vielen Jahren überfällig.

 

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