Mo, 9.5.: Werkstattgespräch zur Ausstellung in Warschau

25.04.2011 22:58

Zurzeit wird im Warschauer Haus der Begegnung mit der Geschichte eine Ausstellung der Berliner Geschichtswerkstatt über eine Tarnfabrik des Bosch-Konzerns und ihren Zwangsarbeitereinsatz gezeigt. Die Autorinnen Angela Martin, Ewa Czerwiakowski und Hanna Sjöberg stellen das Projekt am Montag, 9. Mai 2011, um 19 Uhr in der Berliner Geschichtswerkstatt, Goltzstr. 49, 10781 Berlin (U 7: Eisenacher Straße) vor.

Es ist das Jahr 1944. Warschau kämpft und brennt. Die Zivilbevölkerung wird nach und nach deportiert. Unter ihnen einige Hundert Warschauerinnen, die in ein Konzentrationslager bei Berlin geraten. Sie werden in einer Fabrikhalle schlafen und arbeiten müssen, streng bewacht, unterernährt, schikaniert.
Die Fabrik unterliegt strengsten Geheimhaltungsvorschriften, liegt im Wald versteckt und gehört dem berühmten Bosch-Konzern, der die deutsche Luftwaffe mit Flugzeugteilen beliefert. Das Unternehmen steht modellhaft für die deutsche Kriegswirtschaft der NS-Zeit. Es beschäftigt rund 5.000 Menschen. Mehr als die Hälfte von ihnen kommen aus dem besetzten Europa. Neben den KZ-Häftlingen sind es Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Auch sie leben in einem Lager – in Baracken neben dem Fabrikgelände.

Wie kann man diese Geschichte in einer Ausstellung erzählen; wie ein Konzentrationslager darstellen, von dem es keine Bilder gibt? Welche Bedeutung haben Bild und Raum für die Gestaltung? Warum erinnern sich Polen anders an die NS-Zwangsarbeit als Deutsche?

Diese und andere Fragen diskutieren die drei Ausstellungsmacherinnen und berichten über die Ausstellung in Warschau, die am 28. März 2011 in Anwesenheit vieler Überlebender feierlich eröffnet wurde.

 

Zum KZ-Außenlager von Bosch in Kleinmachnow erschienen mehrere Publikationen.

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