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Chronik 2011 bis 2013

 

Tätigkeitsbericht der Berliner Geschichtswerkstatt e.V.

für die Jahre 2014 bis 2016

 

 

Der Verein hatte in der Berichtszeit unverändert durchschnittlich 70 Mitglieder.

 

Der Tätigkeitsbericht gliedert sich in drei Abschnitte:

 

  1. Ständige Einrichtungen

  2. Projekte

  3. Veröffentlichungen

 

1. Ständige Einrichtungen

 

Der Laden des Vereins

 

Der Laden des Vereins in der Goltzstraße 49 in Berlin-Schöneberg ist weiterhin jeden Werktag zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet. Auch an Samstagen, vorwiegend im Sommer und in der Vorweihnachtszeit hat der Laden geöffnet. In dieser Zeit stehen wir allen Interessenten z.B. für Anfragen zur Berliner Zeitgeschichte, für Beratung beim Verfassen wissenschaftlicher oder schulischer Arbeiten und weitere ähnliche Dienstleistungen zur Verfügung.

Wir bieten Praktikumsplätze und Arbeitsmöglichkeiten für SchülerInnen und StudentInnen. Zu den Öffnungszeiten kann auch unsere Bibliothek und das Archiv von der Öffentlichkeit genutzt werden.

 

Ehrungen

 

Für ihre unermüdliche Arbeit in zahlreichen Projekten zur Alltags- und Lokalgeschichte, z.B. zum Schöneberger Arbeiterviertel „Rote Insel“, zur Zwangsarbeit in Berlin und zur Erinnerung an Julius und Annedore Leber erhielt Gisela Wenzel, ein Gründungsmitglied unseres Vereins das Bundesverdienstkreuz am Bande. An der Übergabe durch Staatssekretärin Hella Dunger-Löper am 13. März 2014 im Berliner Rathaus nahmen zahlreiche Vereinsmitglieder teil.

 

Werkstattgespräche/Veranstaltungen

 

Regelmäßig führt die Berliner Geschichtswerkstatt „Werkstattgespräche“ als Diskussionsforen mit Experten zu historischen Themen durch. Die Veranstaltungen in den Räumen des Vereins sind für die interessierte Öffentlichkeit konzipiert und in der Regel gut besucht. Im Jahr 2014 und von Oktober 2015 bis April 2016 wurden zwei Veranstaltungsreihen, die von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie finanziert wurden, durchgeführt. Es handelte sich um die Reihe „Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Berlin“ und „So viel Anfang war nie?! Nach dem Kriegsende in Berlin 1945“.

Folgende Werkstattgespräche wurden durchgeführt:

 

 

 

2014

  • 12. Januar 2014: Erinnerung an Rosa Luxemburg, Veranstaltung am Rosa-Luxemburg-Steg

  • 26. Januar 2014: Erinnerung braucht einen Ort: Das KZ-Außenlager in Berlin-Lichtenrade, Veranstaltung in Zusammenarbeit mit MdB Mechtild Rawert

  • 8. April 2014: Berliner Geschichtswerkstatt auf rockradio.de., mit Musik und Interviews durch die Berliner Geschichte

  • 29. Juli 2014: Teilnahme am Literaturfestival „Berlin liest“

  • 29. Juli 2014: Teilnahme am Literaturfestival „Berlin liest“

  • 03. November 2014: 750 Jahre Schöneberg…. Und die Geschichte unserer Millionenbauern. Auf den Spuren der Alt Schöneberger. Werkstattgespräch mit Heidi von Plato

  • 17. November 2014: „Ich schlage vor, den Beifall kurz zu halten“, Originaltonkollage zur „Wende“ in der DDR und Gespräch mit dem Komponisten Peter Gotthard

  • 1. Dezember 2014: „Hilferuf aus der Vergangenheit“, Lesung aus dem unveröffentlichten Roman von Bob Hirsch

2015

  • 11. Januar 2015: Gedenken an Rosa Luxemburg am Rosa-Luxemburg-Steg

  • 1. April bis 9. Mai 2015: tägliche Versendung einer E-Mail mit Tagebuchauszügen vom 1. April bis 9. Mai 1945

  • 15. April 2015: Werkstattgespräch zur Eröffnung des Digitalen Zeitzeugenarchivs des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit

  • 13. Juli 2015: Regina Scheer liest aus ihrem Roman Machandel

  • 1. November 2015: Stadtrundfahrt für Flüchtlinge, Initiative „Berlin hilft“ in Zusammenarbeit mit der Berliner Geschichtswerkstatt

  • 13. November 2015: deutsch-polnische Veranstaltung „Unser jämmerlicher Zustand hätte ein Tier zum Weinen gebracht“ über KZ-Außenlager in Milicz/Polen gemeinsam mit dem Bürgermeister Piotr Lech, Milicz/Militsch

 

 

2016

 

  • 10. Januar 2016: Gedenken an Rosa Luxemburg am Rosa-Luxemburg-Steg

  • 2. Mai 2016: Werkstattgespräch: Der Fotograf der roten Fahne auf dem Reichstagsgebäude

  • 23. Mai 2016: Werkstattgespräch mit Krystyna Kauffmann: Marie Goslich 1859–1938: Die Grande Dame des Fotojournalismus

  • 13. Juni 2016: Werkstattgespräch: Topf & Söhne, die Ofenbauer von Auschwitz oder "grabe, wo du stehst":

  • 4. Juli 2016: Werkstattgespräch: Der Jüdische Kulturbund 1933 bis 1941, denn „Es geht nicht ohne Kultur“

  • 18. Juli 2016: „Pack die Badehose ein“, Werkstattgespräch vor Ort mit Ralf Steeg und seiner Version von einer sauberen Spree

  • 7. September 2016: Teilnahme am Literaturfestival „Berlin liest“

  • 10. Oktober 2016: Werkstattgespräch zum Buch „Die Potsdamer Straße – Geschichten, Mythen und Metamorphosen

  • 14. November 2016: Werkstattgespräch zum Buch „Berliner Geheimnisse“

  • 15. November 2016: Stolpersteinverlegung für Frieda Flatau, Nürnberger Straße

 

 

 

 

Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ im Jahr 2014

  • 13. Januar 2014: „Wir sind Löwen, tragen Mähnen und brüllen gewaltig“ – Der Jugendbund von Eberhard Koesel, genannt tusk

  •  

  • 10. Februar 2014: „Agentenflittchen“ oder „Kundschafterin Moskaus“ – Das Leben Oda Schottmüllers im Zerrspiegel des Kalten Krieges

  • 10. März 2014: Maria Gräfin Maltzan - Zivilcourage einer Berliner Ärztin

  • 7. April 2014: Berliner Arbeiterwiderstand 1942-1945 – die Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation

  • 12. Mai 2014: Widerstand von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern

  • 26. Mai 2014: deutsch-polnische Lesung in Milicz/Militsch „Maria Gräfin Maltzan - Zivilcourage einer Berliner Ärztin

  • 16. Juni 2104: „Widerstand war möglich - Kohlenhandlung Julius und Annedore Leber erhalten.“

 

Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „So viel Anfang war nie?! Nach dem Kriegsende in Berlin“ im Jahr 2015/2016

  • 26. Oktober 2015: „Zeit des Überlebens“ – Kriegsende und Neubeginn am Rande Berlins. Aus dem Tagebuch Erik Regers von April bis Juni 1945

  • 2. November 20115: Einheitsschule in Gesamtberlin gescheitert – Gott sei Dank oder vertane Chance? - Aspekte der Schulentwicklung im Nachkriegsberlin

  • 7. Dezember 2015: Vom Stillen Helden zum Kreuzberger Bohème – der „Überlebenslauf“ von Oskar Huth

  • 24. Januar 2016: „Pazifisten gegen Flieger“ – ein Stadtviertel mit neuen Straßennamen, zu denen es nie kam“, Rundgang durch Neutempelhof

  • 7. März 2016: Wieso, weshalb, warum? Der gescheiterte Aufbruch der Frauen

  • 4. April 2016: Kalter Krieg auf der Bühne – Wolfgang Harich als Theaterkritiker

 

 

Begegnungen

Der Verein ist weiterhin Objekt der Geschichtsbetrachtung. So wurden im Berichtszeitraum zahlreiche Gespräche mit WissenschaftlerInnen und StudentInnen über die Geschichte des Vereins und seines Stellenwerts in der „alternativen Geschichtsbewegung geführt. Wir hatte erneut ausländische Gruppen zu Gast. Am 29. Oktober 2015 besuchte uns eine Gruppe GeschichtslehrerInnen aus Großbritannien und am 6. November 2015 ein Gruppe von JournalistInnen aus Weißrussland.

 

Rundgänge über die „Rote Insel“

 

In Kooperation mit der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg hat die Berliner Geschichtswerkstatt in den Jahren 2014 bis 2016 jeweils zwei Stadtrundgänge über die Schöneberger Rote Insel veranstaltet. Das Areal zwischen den Gleisanlagen der Nord-Süd-Bahn S2 (die ehemalige Berlin-Anhalter Bahn), der Wannseebahn S1 (die ehemalige Berlin-Potsdamer Bahn) und der Ringbahn wird landläufig als ''Insel'' bzw. seiner historischen Eigenschaft eines proletarischen Wohnquartiers wegen als ''Rote Insel'' bezeichnet. Die Weltgeschichte von 100 Jahren ist hier wie in einem Brennspiegel verdichtet: Militär- und Eisenbahngeschichte, Industrieansiedlung und Massenwohnungsbau, die Politik der großen und kleinen Leute, Arbeiterbewegung, Faschismus und Widerstand haben Spuren in der Lokalgeschichte hinterlassen. Diese werden in einem ca. 2 1/2-stündigen Rundgang durch den Kiez wiedergefunden und erläutert.

 

Auf besondere Nachfrage von zwei Schöneberger Anwohnern wurden 2016 zwei zusätzliche Rundgänge im Rahmen von Familienfesten durchgeführt.

 

Archiv und Bibliothek

 

Das Dokumentationszentrum für Alltagsgeschichte besteht aus einem Archiv (Bild, Ton, Dokumente) und einer Präsenzbibliothek mit einer Bestandsgröße von ca. 6.300 Titeln zu den Themenbereichen Berlingeschichte und Nationalsozialismus sowie Theorien und Methoden zur historischen Forschung und Geschichtsvermittlung.

Die Digitalisierung der Bibliotheksbestände wurde im Großen und Ganzen abgeschlossen. Im Rahmen zweier Praktika sind ca. 100 Bilder aus dem Bestand „Wehrmacht“ von Studenten der Geschichtswissenschaft digitalisiert und in einer Datenbank erfasst worden – inklusive umfangreicher Hintergrundrecherchen zu den einzelnen Motiven und möglicher Provenienzen.

Vom Tonarchiv, bestehend aus über 400 Aufnahmen lebensgeschichtlich-narrativer Interviews aus den 1980er und 1990er Jahren, sind Bestandslisten mit allen relevanten Informationen erstellt worden, auf deren Grundlage nun eine gezielte Digitalisierung in Angriff genommen werden kann.

Die Nutzung der Bestände steigt von Jahr zu Jahr stetig an. Die meisten Anfragen konzentrierten nach wie vor auf das Thema „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“, gefolgt von biografischen Forschungsanfragen, sowohl aus dem familiären als auch dem wissenschaftlichen Kontext heraus.

Archiv und Bibliothek stehen allen Interessierten nach vorheriger Absprache zur Verfügung.

 

 

 

 

Mitgliederzeitschrift

 

Nach wie vor wird zwei Mal im Jahr eine Mitgliederzeitschrift (Rundbrief) herausgegeben.

Neben den laufenden Berichten aus den Projekten und der Vorstandsarbeit hatten die Rundbriefe jeweils Schwerpunktthemen.

Diese bezogen sich im Jahre 2014 auf die erinnerungspolitische Reise junger WissenschaftlerInnen in die Ukraine. Die BGW hatte die Schirmherrschaft über dieses Projekt. Schwerpunkte des Jahres 2015 waren das Projekt einer neuen Website zur Zwangsarbeit der Firma Bosch in Hildesheim und die viel beachtete Veranstaltung im polnischen Milicz zur Geschichte dreier Außenlager des KZs Groß Rosen. Im November 2016 berichteten wir ausführlich über den Erfolg der jahrelangen politischen Überzeugungsarbeit des Arbeitskreises Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber in Bezug auf den Erhalt der ehemaligen Kohlenhandlung der Familie Leber.

 

 

2. Projekte

 

 

Zwangsarbeit in Berlin

 

Seit 26. März 2014 gibt es "Zwangsarbeit. Die Zeitzeugen-App" der Berliner Geschichtswerkstatt auch für Android. Sie steht wie die 2013 veröffentlichte iPhone-Version kostenlos bereit. Mit dem Smartphone kann man den Erinnerungen ehemaliger Zwangsarbeiter an Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus folgen. Zeitzeugen erinnern sich an Fabriken und Lager; Fotos und Dokumente zeigen Opfer und Täter. Die App steht kostenlos zum Download bereit. Fünf Touren führen durch Berlin (Fußtour: Ein Pole in Berlin, Fußtour: Opfer und Täter, Fuß-Tour, In der Fabrik, Rad-Tour Zwangsarbeit war überall, S.Bahn-Tour: Durch die Stadt der Lager)

 

 

 

Projektgruppe Zwangsarbeit bei Bosch

 

Auch in den Jahren 2014 bis 2016 hat die Projektgruppe Zwangsarbeit bei Bosch weiter an der Webseite z.B. Bosch. Zwangsarbeit im Hildesheimer Wald (www.zwangsarbeit-bosch.de) gearbeitet. Mit dieser Webseite knüpfen wir an unsere Forschungen und Publikationen zur Dreilinden Maschinenbau GmbH an, einer anderen großen Bosch-Rüstungsfabrik und deren firmeneigenes Konzentrationslager bei Berlin.

 

Über 2.700 ZwangsarbeiterInnen aus allen Teilen Europas mussten für die Bosch-Tochtergesellschaft im Hildesheimer Wald arbeiten. Neun Überlebende lassen wir auf der Webseite zu Wort kommen. In Videointerviews sprechen sie über ihre Verschleppung, über Angst, Hunger, die unfreiwillige Arbeit in der Fremde und über die Befreiung. Ihre Berichte werden durch persönliche Fotos und Dokumente, aber auch durch zeitgenössische Zeugnisse ergänzt. Informative Hintergrundtexte und ein Fachgespräch mit dem Wirtschaftshistoriker Johannes Bähr beleuchten sowohl die Firmengeschichte als auch die NS-Zwangsarbeit.

 

2014 wurde das Konzept erarbeitet. Außerdem wurde ein Team für die Arbeiten zusammengestellt, das außer der Projektleiterin eine Webdesignerin, eine Übersetzerin (Polnisch-Deutsch), einen Cutter und Tontechniker sowie einen Studenten aus Hildesheim umfasste. Später kamen noch eine weitere Übersetzerin (Russisch-Deutsch) und ein PR-Fachmann hinzu. Die schon vorhandenen Videointerviews wurden 2014 und 2015 geschnitten, übersetzt und synchronisiert. Außerdem haben wir diverse Recherchen (Fotos und Dokumente) durchgeführt.

 

Vom 19. bis 22. Mai 2014 war eine Mitarbeiterin in Hildesheim, wo sie Gespräche u.a. mit Klaus Schäfer (Vernetztes Erinnern. Hildesheim im Nationalsozialismus) und dem Leiter des Stadtmuseums geführt, weitere Kontakte geknüpft sowie im Stadtarchiv und im Bosch-Archiv Hildesheim recherchiert hat.

 

2015 haben wir Transkripte der Interviewauszüge und Biografien der ehemaligen ZwangsarbeiterInnen verfasst, das Design der Webseite entwickelt und umfassende Hintergrundtexte zu den Themen NS-Zwangsarbeit, Zwangsarbeit bei Bosch und zur Firmengeschichte der Hildesheimer Tarnfabrik von Bosch geschrieben sowie reichhaltig illustriert. Schließlich haben wir ein Video-Interviews mit Johannes Bähr, dem renommierten Herausgeber eines Werkes über die Firmengeschichte des Boschkonzerns, geführt und für die Seite aufbereitet. Am Ende des Jahres wurde von Berlin und Hildesheim aus eine Werbekampagne für die Website gestartet.

 

Am 16. Januar 2016 ging die Seite online. An diesem Tag wurde sie im Beisein von Ise Bosch, einer Enkelin des Konzerngründers und Mentorin der Seite, in Hildesheim vorgestellt. Die Webseite hatte große Medienresonanz in der Fachpresse wie auch in Tageszeitungen.

 

Bei dieser Veranstaltung haben wir einen deutschen Zeitzeugen kennengelernt, mit dem wir am 7. und 8. Juni 2016 in Hildesheim ein Video-Interview geführt haben. Dieses Interview wurde für das Kapitel „Hildesheim” der Webseite aufbereitet. Für dieses Kapitel haben wir außerdem nach weiteren deutschen Stimmen und Quellen (Privatfotos und Briefe, ZeitzeugInnen, Zeitungsberichte, Erinnerungsliteratur usw.) gesucht. Dieses Kapitel wird im Juni 2017 online geschaltet.

 

 

 

Projektgruppe Geschichtswerkstatt Lichtenrade

 

Am 26.01.2014 organisierte die SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert aus Anlass des Holocaust-Gedenktages unter dem Motto „Erinnerung braucht einen Ort“ in Lichtenrade eine Gedenkveranstaltung. In diesem Rahmen machte die Projektgruppe mit einem Vortrag mit Fotopräsentation auf das ehemalige Außenlager des KZ Sachsenhausen im Stadtteil aufmerksam. „KZ-Außenlager Lichtenrade von Sachsenhausen - direkt vor der Haustür. Schlaglichter auf die Menschen hinter dem Stacheldraht“, hieß das Thema der Präsentation. Im Nachgang dieser Veranstaltung wurde über die SPD-Fraktion ein Antrag bei der BVV Tempelhof-Schöneberg eingebracht, am Standort des ehemaligen Außenlagers eine Informationsstele zu errichten, der am 19.02.2014 in der BVV einstimmig beschlossen wurde.

 

Bei einem Umweltfest auf dem Gelände der Interkulturellen Generationengarten in Lichtenrade (Blohmstraße) am Langen Tag der StadtNatur am Sonntag, den 15.06.2014 war die Projektgruppe Geschichtswerkstatt Lichtenrade mit einem Informationsstand und einer Ausstellung zum Thema „Impressionen aus Lichtenrade - Lebensraum im Wandel“ vertreten.

 

Zusätzlich führte die Projektgruppe 2014 drei historische Stadtrundgänge durch den Ortsteil Lichtenrade durch: Am 29.06.2014 eine Radtour zum Thema „Direkt vor der Haustür – NS-Zwangsarbeit in Berlin-Lichtenrade“, am 14.09.2014 zum Tag des Offenen Denkmals zum Thema „Gedenkorte zum Nationalsozialismus in Lichtenrade“ und am 09.11.2014 in Kooperation mit der Volkshochschule Tempelhof zum Thema „Direkt vor der Haustür – Stolpersteine in Lichtenrade“.

 

Analoge Stadtrundgänge wurden auch in den Folgejahren 2015 und 2016, teilweise wieder in Kooperation mit der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg, angeboten.

 

Projektgruppe Historische Stadtrundfahrten mit dem Schiff

 

In den Berichtszeitraum fiel 2014 der 30. Jahrestag der Historischen Stadtrundfahrten mit dem Schiff. Jürgen Karwelat, das Gründungsmitglied der Dampfergruppe, spricht mittlerweile davon, dass er „sein eigener Zeitzeuge“ sei. Die Dampfergruppe hat im Berichtszeitraum in den Jahren jeweils an ca. 11 Sonntagen und etwa fünf Abendterminen in der Woche zwischen Mai und September Historische Stadtrundfahrten mit dem Schiff zu unterschiedlichen Themen der Stadtgeschichte angeboten. Prinzip der Gruppe ist es weiterhin, die Begleitung in einem Team von mindestens drei Personen durchzuführen, wobei mindestens zwei die Erläuterungen geben und eine dritte Person den Büchertisch mit Berlin-Literatur betreut.

 

Angesichts der 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge hat die Gruppe 2016 eine neue Fahrt mit dem Titel „Einwanderungsstadt Berlin“ angeboten. Die Fahrt soll zeigen, dass Berlin über die Jahrhunderte durch die Zugewanderten zu dem geworden ist, was die Stadt heute ist. Besondere Fahrten im Hinblick auf die Kulturgeschichte der Stadt sind weiterhin die Fahrten zur Dada-Bewegung und zu dem Musiker Rio Reiser. Was unsere Fahrten von den herkömmlichen Touren unterscheidet, sind die Gäste (PolitikerInnen, KünstlerInnen, SchriftstellerInnen), die zu bestimmten Themen auf dem Schiff interviewt werden. Regelmäßig finden Themenfahrten in Zusammenhang mit Berliner Buchhandlungen statt. Um den 15. Januar eines jeden Jahres führt die Gruppe am Landwehrkanal eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Ermordung von Rosa Luxemburg durch.

 

Die ehrenamtlich arbeitende Gruppe besteht z.Z. aus sechs Personen.

 

 

3. Publikationen

In dieser Aufzählung sind die Publikationen aufgeführt, bei denen die Berliner Geschichtswerkstatt im Berichtszeitraum als Herausgeber fungiert hat.

  • Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Berlin. Dokumentation zur Veranstaltungsreihe der Berliner Geschichtswerkstatt e.V. von Januar bis Juni 2014. Hrsg. und Verlag: Berliner Geschichtswerkstatt, 2014, 110 Seiten, ISBN: 978-3-925702211.

  • Spurensuche. Die verschüttete NS-Vergangenheit des Tempelhofer Flughafens. Hrsg.: Förderverein THF 33-45, 2015, 52 Seiten, ohne ISBN.

  • So viel Anfang war nie?! Nach dem Kriegsende in Berlin 1945. Dokumentation zur Veranstaltungsreihe der Berliner Geschichtswerkstatt e.V. von Oktober 2015 bis März 2016. Hrsg. und Verlag: Berliner Geschichtswerkstatt, 2016, 126 Seiten, ISBN: 978-3-925702228.

 

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